Zusatzjobs – darum geht es, einfach formuliert. Genauer definiert handelt es sich um unterschiedliche Projekte im Rahmen der Schaffung von Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschä­digung nach § 16d SGB II, innerhalb derer im Beschäftigungs­teil jeweils zusätzliche Arbeiten zum Nutzen der Allgemeinheit ausgeführt werden.

Es gibt zwei Möglichkeiten der Umsetzung:
Zum einen wer­den Arbeitsgelegenheiten als reine Beschäftigungsmaßnahmen mit intensiver sozialpädagogischer Begleitung (Case Management) durchgeführt.
Zum anderen können die Arbeitsgelegenheiten mit einem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (kurz: AVGS) kombiniert sein.

Die Aktivierungsmaßnahme als Qualifizierung beinhaltet (in unterschiedlicher Gewichtung je nach Projekt) eine Situationsana­lyse bzw. Eignungsfeststellung, die Vermittlung von Kenntnissen und Fertigkeiten aus dem jeweils fachlich / berufsspezifischen Spektrum sowie dem allgemeinbildenden Bereich. Zu diesem zählen vor allem Kulturtechniken, lebenspraktische Fertigkeiten und die Verbesserung der bildungsmäßigen Voraussetzungen.

 

Bewerbungs- und Kommunikationstraining sowie eine sozialpädagogische Begleitung runden die einzelnen Projekte individuell ab.  

  

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Im Rahmen des sogenannten Teilhabechancengesetzes gibt es seit Anfang 2019 die Möglichkeit, die Beschäftigung von Langzeit­arbeitslosen über einen Zeitraum von 5 Jahren zu fördern: In § 16i SGB II wurde zur sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung arbeitsmarktferner Personen das neue Instrument »Teilhabe am Arbeitsmarkt« eingeführt. Dessen Umsetzung erfolgt über die je­weils zuständigen Jobcenter.

 

Gefördert werden erwerbsfähige leistungsberechtigte Personen:

  • die das 25. Lebensjahr vollendet haben und
  • die innerhalb der letzten 7 Jahre insgesamt mindestens 6 Jahre im Langzeitleistungsbezug des SGB II waren und in dieser Zeit nicht (oder nur kurzzeitig) beschäftigt bzw. selbständig tätig waren oder
  • die in den letzten 5 Jahren im Langzeitleistungsbezug ohne nennenswerte Beschäftigung waren und in einer Bedarfsgemeinschaft mit mindestens einem minderjährigen Kind leben oder schwerbehindert sind.

 

Während der Förderung erfolgt eine ganzheitliche beschäftigungsbegleitende Betreuung durch das Jobcenter oder beauftragte Dritte. Sollte eine Weiterbildung oder ein betriebliches Praktikum erforderlich sein, sind die dafür aufgewendeten Zeiten förder­fähig. Es gibt keine generelle Beschränkung der Einsatzfelder auf einen gemeinnützigen und zusätzlichen Bereich. Allerdings muss jährlich eine Abstimmung im zuständigen örtlichen Beirat erfolgen, um mögliche Wettbewerbsverzerrungen auszuschließen und Verdrängungseffekten vorzubeugen.

Schwerpunkte unserer Einsatzbereiche sind Denkmalpflege, Umweltschutz und Naherholung sowie die Attraktivitätssteigerung des Stadtbilds, die Aufwertung öffentlicher Freiräume und die Verbesserung der sozialen Infrastruktur.

  

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